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Das Heiner Müller Archiv / Transitraum im
Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin
umfasst Heiner Müllers Bibliothek mit ca. 7800 Büchern (inkl. seiner
Kunstbibliothek) sowie zahlreiche Gegenstände aus dem Besitz des nach
Brecht bedeutendsten deutschsprachigen Theaterautors des vergangenen
Jahrhunderts (1929-1995). Hervorzuheben sind ein Stehpult, an dem der
Autor seine Texte schrieb, ein Tisch mit vier Brechtstühlen (der
Bühnenbildner Karl von Appen hatte diesen Stuhl für die Inszenierung des
„Galilei“ am Berliner Ensemble entworfen), ein Sekretär, eine
Reiseschreibmaschine (Traveller de Luxe), aber auch ein Humidor (zum
Aufbewahren von Zigarren) oder Heiner Müllers Lieblingslehnstuhl. Eines
der letzten Porträts Müllers von Brigitte Maria Mayer, eine Photoserie
von Grischa Meyer mit Müller am Strand von Ahrenshoop bzw. ein
Gedichtblatt von Rebecca Horn („Les funérailles des instruments“), eine
Heiner-Müller-Skulptur von Alexander Polzin sowie eine Photographie von
Brigitte Maria Mayer mit Heiner Müller in der Villa Aurora in Santa
Monica (in Anspielung auf das Gemälde „Las Meninas“ von Diego
Velázquez) vervollständigen die Sammlung.
Der Transitraum verdankt seinen Namen seiner ehemaligen Adresse in der
Zimmerstraße 55, dort, wo die Mauer in Berlin zwischen Ost und West
verlief – von Müller als „Denkmal für Rosa Luxemburg und Karl
Liebknecht“ als „Regulativ“ und „Zeitmauer zwischen zwei
Geschwindigkeiten: Beschleunigung im Westen, im Osten Verlangsamung“
gelesen –, ein Ort also, der Müller als Grenzgänger und
Transitreisenden zumindest topographisch verortet. Zugleich eröffnet
jede Lektüre einen Transitraum – für Leser und Gedanken –, und dazu
laden die Bibliothek und ihr umfangreicher Bestand die Besucher ein.
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