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Philosophische Fakultät II - Institut für deutsche Literatur

Das Institut für deutsche Literatur


 

Das Institut für deutsche Literatur befindet sich mitten im belebten und kulturell vielseitigen Zentrum Berlins. In größter Nähe zu den wichtigsten Museen, Theatern und Opernhäusern gelegen, steht es selbst in intensivem Austausch mit kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt. Es repräsentiert die dynamische Entwicklung der Humboldt-Universität zu Berlin in den letzten Jahrzehnten und ist seit seiner Gründung im Jahr 1877 nicht nur mit der Geschichte der philologischen Fächer, sondern auch mit den Wechselfällen deutscher Universitätsgeschichte verknüpft. Seit seiner Gründung hat das Institut schulbildend gewirkt und  bedeutende Literatur- und Sprachwissenschaftler/innen hervorgebracht. Seine Geschichte ist in den letzten 200 Jahren mit den Namen von herausragenden Fachgelehrten verbunden, die von Moriz Haupt und Wilhelm Scherer bis hin zu Erich Schmidt, Gerhard Scholz, Inge Diersen, Klaus Hermsdorf oder Peter Wruck reichen.

Seit den 1990er Jahren ist das Institut für deutsche Literatur strukturell in die Philosophische Fakultät II eingebunden. Das Fach Deutsche Literatur wird vom Frühen Mittelalter bis zur Gegenwart in seiner ganzen Breite in Forschung und Lehre vertreten. Ein zentrales und profilbestimmendes Element ist die Verbindung der Kernkompetenzen der deutschen Philologie mit den theoretischen und methodischen Impulsen kulturwissenschaftlicher Forschung (Genderforschung, Medienwissenschaft, Wissens- und Wissenschaftsgeschichte), ergänzt durch Akzente der Bildungsforschung und der Forschung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur.

In der Lehre – einschließlich Lehrerbildung – bietet das Institut jeweils zwei Bachelor- und Masterstudiengänge an und ist am Masterstudiengang Europäische Literaturen beteiligt. Zudem beherbergt das Institut eine Reihe von ständigen Forschungseinrichtungen und wirkt an renommierten interdisziplinären Forschungsprojekten der Humboldt-Universität (Exzellenzcluster, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs) mit. Die regionale und internationale Wirksamkeit des Instituts wird durch Austauschprogramme mit exzellenten internationalen Universitäten, durch öffentliche Veranstaltungsreihen und nicht zuletzt durch die Herausgabe profilierter Fachorgane garantiert.

 


 

Perspektiven der Forschung: Literatur – Wissen – Medien

 

Forschung und Lehre am Institut für deutsche Literatur erhalten ihr besonderes Profil dadurch, dass sie einerseits durch eine kultur- und medienwissenschaftliche Ausrichtung, andererseits durch die Integration der Bereiche der Älteren und der Neueren deutschen Literatur in ein gemeinsames Arbeitsfeld geprägt sind. Das Institut befasst sich mit den Erscheinungsformen deutscher Literatur und Kultur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, untersucht ihre Formen und Wirkungen und fragt nach transkulturellen Schnittpunkten zu anderen Literaturen und Kulturen. Zu den Arbeitsgebieten gehören die Vermittlung und Erforschung der Theorie und Geschichte der deutschen Literatur, der wesentlichen Epochen und wissenskulturellen Kontexte. Literaturgeschichte, Literaturtheorie und Ästhetik werden in vielfältigen historischen und methodischen Konstellationen verfolgt und insbesondere auf ihre medialen, wissenschafts-, kultur- und sozialhistorischen Bedingungen bezogen. Literaturen und ästhetische Programme, aber auch filmische, mediale und diskursive Quellen unterschiedlicher Art werden als exemplarische Gegenstände für die Analyse abendländischer Kulturen und ihrer Geschichte begriffen. Daraus haben sich drei Arbeitsschwerpunkte ergeben:

So bildet der Schwerpunkt Theorie und Methoden der Interpretation einen klassischen Kernbereich philologischer Forschung ab. Dabei geht es um Verfahren der Texterschließung, um die Diskussion von Methodenfragen und die Entwicklung verschiedenartiger diskurs- und texthistorischer Perspektiven, aber auch darum, die Geschichte der Philologie und ihrer Arbeitsweisen selbst zu reflektieren.

Im Schwerpunkt Die Literatur im System der Künste und Medien werden literarische Entwicklungen im Wechselspiel verschiedener Künste und medialer Formate erforscht. Hierbei werden die Grenzen der deutschen Philologie kontrastiv überschritten, komparative Studien ermöglicht und Kooperationen mit benachbarten Philologien, aber auch mit Kunst- und Kulturwissenschaften hergestellt.

Im Schwerpunkt Geschichte und Theorie des Wissens werden die Austauschprozesse zwischen Literatur, Wissen und Wissenschaften untersucht. Die Besonderheit literarischer Texte, ihre Formen und Themen, die Art ihrer Produktion und ihrer Rezeption werden dabei als ein wesentlicher Faktor in der Zirkulation kulturellen Wissens verstanden. Daraus ergibt sich eine Zusammenarbeit mit wissenschaftshistorischen Forschungseinrichtungen in Berlin.