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  • Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Institut für deutsche Literatur

    Arbeits- und Forschungsstelle Privatbibliothek Christa und Gerhard Wolf

     


     

    Foto: Roger Melis; Vervielfältigung des Fotos ist nicht gestattet,
    Nutzungsrechte am Foto können bei Herrn Mathias Bertram,
    http://www.mathias-bertram.de/roger-melis.html, erworben werden

    Ausgangspunkt der am 1. April 2016 gegründeten Arbeits- und Forschungsstelle ist die am 3. September 2015 erfolgte Schenkung der wertvollen und umfangreichen Privatbibliothek von Christa und Gerhard Wolf an die Humboldt-Universität. Die großzügige Schenkung verstehen wir als Verpflichtung, das Werk der Schriftstellerin Christa Wolf und des Verlegers, Herausgebers und Essayisten Gerhard Wolf lebendig zu halten und die Auseinandersetzung mit ihren Texten und ihrem öffentlichen Wirken weiterzuführen.
    Die Arbeitsstelle initiiert Forschung, bündelt Lehrangebote und kooperiert insbesondere in ihrer Öffentlichkeitsarbeit mit der 2014 gegründeten Christa Wolf Gesellschaft (www.christa-wolf-gesellschaft.de).
     - Galerie der Privatbibliothek -

    Wie im Falle der am Institut bereits seit 2000 verankerten und als Heiner Müller Archiv/ Transitraum philologisch-editorisch genutzten Privatbibliothek Heiner Müllers handelt es sich bei der ca. 330 Regalmeter Bücher und Zeitschriften umfassenden Arbeitsbibliothek der Wolfs um eine autobiographisch und zeithistorisch bedeutende Sammlung. Mit ihr wird nicht nur ein Dokument der intellektuellen Biographie zweier Autoren des 20. Jahrhunderts öffentlich zugänglich, sondern auch das Erbe zweier Philologen mit Bezug zur Universität. Nach und nach wird die Sammlung auch materiell in den neuen Räumen der Arbeitsstelle in der Dorotheenstraße 24, 3.509 und 3.544 zu finden sein. Im Dezember 2016 und Januar, Februar 2017 wurden erste Bücherkisten aus dem Woseriner Sommerhaus und dem Pankower Keller in die HU transportiert. Einen Eindruck von den Phasen des Umzugs der Bücher in die HU finden Sie hier: - Umzug aktuell -

    In den ersten Raum im Institut für deutsche Literatur zog im Januar 2017 eine Ausstellung über Leben und Werk Christa Wolfs ein, eine freundliche Dauerleihgabe des Kurt Tucholsky-Literaturmuseums in Rheinsberg und seines Leiters Dr. Peter Böthig. - Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 1.2.2017 -

    Der Einzug der ersten Bücherkisten löste eine Vielfalt an Entdeckungen und Gedankenspielen aus: - Fundstücke -
    Ein kleiner Text-Bild-Katalog wird die Begegnung mit den ersten Vorboten der umfassenden Bibliothek dokumentieren.

     

    Ziel der Arbeitsstelle ist es, das Werk von Christa und Gerhard Wolf lebendig zu halten, die Auseinandersetzung mit deren Texten, mit ihren Mentorschaften, deutsch-deutschen und internationalen Beziehungen und ihrem öffentlichem Wirken weiterzuführen und vor allem auch – gerade unter jüngeren Leuten - anzuregen. Darüber hinaus soll die Arbeitsstelle im Umfeld der Wolf-Bibliothek zur Plattform von über das Werk Wolfs hinausgehenden Forschungen zur Literatur im geteilten Deutschland werden.

     

    Zu den Aktivitäten der Arbeitsstelle gehören neben Seminaren mit Bezug auf das Werk der Wolfs seit Januar 2015 monatliche Workshops und öffentliche Veranstaltungen der studentischen Arbeitsgruppe „Christa Wolf Andernorts mit dem Onlineauftritt „Christa Wolfs Berlin" auf einem eigenen Blog (http://christawolf.berlin), eine öffentliche Gesprächsreihe und der Aufbau des Netzwerks Literatur im geteilten Deutschland (Website des Netzwerks; koordiniert von Anke Jaspers und Kathrin Sandhöfer, Universität Freiburg; ligd-german@hu-berlin.de) mit einem ständigen Sommerkolloquium (Auftakttreffen am 15. Juli 2016, zweites Treffen am 14. Juli 2017).
     

     

    Eine weitere Dimension der internationalen Arbeit besteht im Aufbau von langfristigen wissenschaftlichen Kooperationsbeziehungen. Nach der Realisierung eines eigenen Panels der Christa-Wolf-Gesellschaft (mit Julia Hell, University of Michigan) auf der Jahrestagung der German Studies Association (GSA) in Washington DC im Oktober 2015 verantwortete ich im September 2016 in Kooperation mit Georgina Paul (St Hilda's College, Oxford) ein Christa-Wolf-Panel auf der Jahrestagung der britischen German Studies (AGS) in Newcastle.

     

    Einen wichtigen Schwerpunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Rahmen der Arbeitsstelle bilden verschiedene Formen forschenden Lernens. So entstehen seit dem Frühjahr 2016 wissenschaftliche Arbeiten Studierender unterschiedlicher Fächer:
    Max Böhner rekonstruierte in seiner BA-Arbeit den von 1971 bis 2011 andauernden Briefwechsel Christa Wolfs mit dem Psychotherapeuten und Professor für Psychiatrie Hans Stoffels; Katharina Hackl und Elisa von Hof erarbeiteten am Institut für Geschichtswissenschaften eine Seminararbeit zum Thema „Die DDR denken. Die erinnerte DDR im ‚Wende‘-Diskurs der 1990er Jahre am Beispiel des Christa Wolf-Gesprächskreises“, beide beginnen nun eine literaturwissenschaftliche BA-Arbeit zur Geschichte des von Christa Wolf initiierten Pankower Ost-West-Gesprächskreises 1991 bis 2004; Christhin Krage und  Justus Hoffmeier erarbeiten eine kulturwissenschaftliche Präsentation zur Wolf-Bibliothek als (verteiltes) Objekt; Laura-Marie Schiller schreibt eine Seminararbeit zum Effekt des Sprachbewusstseins Christa Wolfs im Interview mit Günter Gaus (1993); Emma Charlott Ulrich rekonstruiert in ihrer BA-Arbeit die Geschichte der von Gerhard Wolf 1968 konzipierten und nie realisierten Anthologie „Exil - Deutsche Lyrik in der Emigration“ im Aufbauverlag.

     

    Doreen Mildner arbeitet sich als erste von mir betreute Doktorandin in den Forschungsgegenstand Privatbibliothek der Wolfs ein.

    In Zusammenarbeit mit dem Kameramann Ralf Klingelhöfer (www.ralf-klingelhoefer.de) entsteht ein Dokumentarfilm mit Interviews Gerhard Wolfs, in dem dieser anhand von Beispielen die Geschichte der Bibliothek der Wolfs erläutert.

     

     

     

     

     





    Foto: © gezett

    PD Dr. Birgit Dahlke
    birgit.dahlke@rz.hu-berlin.de

    Humboldt-Universität Berlin
    Philosophische Fakultät II
    Institut für deutsche Literatur
    Dorotheenstr. 24
    10099 Berlin
    Tel.: 20939758 
    Raum 3.413

    Leiterin der Arbeits- und Forschungsstelle Privatbibliothek Christa und Gerhard Wolf an der HU

    Mitglied im Vorstand der Christa Wolf Gesellschaft e.V.

     

     

    Foto: Unterzeichnung der Schenkungsurkunde am 3. September 2015

     


     

    AKTUELL: 

     

    • Die Christa-Wolf-Bibliothek in der Humboldt-Universität Berlin

    Ein Abbild der Lese- und Denkgeschichte

    Sa 06.05.2017 | 19:04


    Von Andrea Heinze

    330 Regalmeter Bücher und Zeitschriften haben Christa und Gerhard Wolf in ihrem Leben gesammelt. Die ersten Bände aus dem mecklenburgischen Sommerhaus sind schon in der Humboldt-Universität angekommen. Aber erst nach dem Tod von Gerhard Wolf soll die Bibliothek komplett an die Humboldt-Universität gehen.

    Das Besondere daran: Die Bücher werden dort genauso in Regalen angeordnet, wie Zuhause bei den Wolfs, inklusive aller Anmerkungen und Einlegezettel. So können Besucher und Forscher schon auf den zweiten Blick erkennen, wie Christa Wolf sich als junge Schriftstellerin mit Anna Seghers auseinander gesetzt hat – und woran sie bis kurz vor ihrem Tod arbeitete.

     

    Link zur Online-Ressource (www.kulturradio.de)

     

     

    • Bibliothek als Thema in der Öffentlichkeit

    Do 22.09.2016 | 22:04 | Perspektiven RBB Kulturradio:
    Aristoteles und die Spielkonsole – Wie Bibliotheken anders werden

    Von Andrea Heinze

    Aristoteles würde sich wahrscheinlich die Haare raufen, wenn er heutzutage eine Bibliothek aufsucht: Jeder darf hier lesen und ausleihen. Statt andächtiger Ruhe daddeln Jugendliche vor Spielkonsolen. Und im Lesesaal wird fröhlich geredet statt konzentriert geforscht.

    Waren in der Antike Bibliotheken noch Statussymbole und Elfenbeintürme, werden sie heute zunehmend Info-Hotspots einer digitalen Gesellschaft. Ist das gut so?

    Andrea Heinze sammelt Bibliotheksideen, reale wie utopische und baut daraus den Lesesaal der Zukunft. Damit sich Aristoteles wohlfühlt – und die anderen auch.

    Link zur Online-Ressource (www.kulturradio.de)